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after before

Braufactum Bierbar Berlin

Szene kann man trinken

Craft Beer trifft Metropole. Handwerk trifft Schauplatz. Zapfhahn auf, Hopfen fließt, Krüge klirren, Menschenstimmen verschwimmen. Zu Füßen des alles überragenden Ost-Berliner Wahrzeichens, dem Fernsehturm, bietet an der Nordwest-Ecke des Alexanderplatzes die neue Bierbar Berlin Liebhabern handwerklicher Braukunst einen neuen Treffpunkt. Auf diesem Stadtfleck, der nie stillsteht, wo Straßenbahn und S-Bahn sich kreuzen und in alle Himmelsrichtungen davonrattern finden durstige Flaneure mit Faible für eine frisch gezapfte Auszeit das heilige Wasser in der Stadtwüste.

Erlösendes Zischen

Ein Schritt auf die weitläufige Terrasse genügt, um zwischen massiven Holzmöbeln, hausgemachten Burgern und lautstarkem Lachen in der geselligen Brauhausatmosphäre heimisch zu werden. Sobald sich die Sonne am Himmel zeigt, kommen ihre Anbeter aus allen schattigen Winkeln Berlins hervor und können es kaum erwarten, den zischenden Klang des Zapfhahns zu vernehmen.

Nur gut, dass durstige Sonnenanbeter nicht lange suchen müssen wenn humorvolle Stammtisch-Debatten das Zapfhahn-Zischen übertönen. Auf den ersten Blick begrüßt einen die Qual der Wahl auf der Biertafel über dem Tresen, hinter dem die glänzend polierten Zapfhähne zurückhaltend auf ihren Impuls warten. Sich so bescheiden in die Wand zurückzuziehen und ein derartiges Understatement an den Tag zu legen, können sich nur wahre Haupt(stadt)darsteller leisten. Getrennt von dieser Schaubühne lockt die Essensausgabe mit dufte dampfenden Burgern hungrige Besucher an den Bestelltresen. Sind alle Wünsche von der Seele gesprochen, gilt es den letzten Platz an der Sonne zu ergattern – ob draußen im Getümmel oder drinnen an der endlosen Fensterfront.

Fließende Fakten

Ein Dreiklang aus Material und Farbe teilt das Restaurant auf und gibt dem frisch hereingeströmten Gast eine intuitive Orientierung. Warmes Holz bildet mit hellgrauem Backstein und atlantikblauen Flächen ein Wechselspiel vom Boden bis zur Decke und lenkt Blicke wie Schritte durch den Raum. Gegenüber der Biertheke finden Familien Sitzecken im American Diner Stil und Paare ihren Platz auf breiten Loungesesseln.

Im hinteren Bereich lädt eine lange Tafel Brauhaus-stilecht größere Gruppen zum Schmaus während an der Fensterseite weitere kleinere Tische warten. Folgt man der Tiefe des Raums gelangt man über eine Treppe in den Keller zu den WCs. Die insgesamt 300 m² Außenterrasse machen jedem Biergarten Konkurrenz und selbst Schattensuchende kommen unter den breiten Markisen auf ihre Kosten. Ein seprarater Liefereingang ermöglicht auf kurzem Weg die direkte Warenzustellung in die Küche, von aus auch die separate Spülküche zugänglich ist.

Luftig aufgetürmt

Das Gestaltungs-Highlight der Bierbar ist der schlanke anthrazitfarbene Ziegelstein. Ein wahrer Blickfänger fürs Auge, das der Raumaufteilung entlang der strukturgebenden Mauern folgt. Damit die Steine sich passgenau um die U-förmigen Diner-Sitzecken schmiegen, wurden sie alle individuell zugeschnitten. Die versetzt gestapelte Anordnung gibt dem Sitzbereich einen offenen Look hin zum Tresen. Den Abschluss der Gemäuer bildet eine langgezogene Ablage, auf der Biergläser beim Genuss im Stehen abgestellt werden können, wenn Gäste auf das Freiwerden eines Tischs warten. Die horizontale Gleichmäßigkeit der Möblierung erlaubt durch voll verglaste Fronten zu beiden Seiten des Restaurants schon von außen einen guten Einblick.

Show me more

Schräg gegenüber des Restaurants befindet sich der Showroom mit eigenem Bier-Shop. Aus dem Augenwinkel erspäht man das auffällige Design-Detail an der Decke, die von einem einzigartigen kalligraphischen Muster geziert wird. Beim Senken des Blicks fällt das Auge sogleich auf die luftig parametrisch gemauerte Wand. Ihre sanften Rundungen geben dem Raum ein weiches Ambiente.

Verheißungsvolle Lücken zwischen den Ziegelsteinen dienen als Halterung für schlichte Holzregalbretter, auf denen die einzelnen Biersorten in ihren individuellen Flaschen präsentiert werden. Bühnenstrahler leuchten die Regalwand aus, in deren Mitte der Brauprozess über einen großen Flachbildschirm flimmert. Gefangen von diesem Augenschmaus fühlen sich Besucher schon fast wie bei einer echten Brauereibesichtigung. Pünktlich zur Verkostung strahlt durch große Fenster die Nachmittagssonne herein und verbindet sich mit den Holzmöbeln zu einem warmen Kontrast gegenüber der coolen Backsteinwand.

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