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after before

7047 // Concrete

Minimalismus in Perfektion

Auf einem großen grünen Hof zwischen Senefelder Platz und Kollwitzplatz hat ein neues Gartenhaus seine zukünftigen Bewohner gefunden. Für das junge Paar verwandeln wir mit unserem Innenausbau den dreigeschossigen Rohbau in ein maximal minimalistisches zu Hause.

Video vom Bau der Badewanne

Ein Blick genügt, um zu wissen, dass dies keine gewöhnliche Pärchen-Wohnung wird. Den Welcome-Fußabtreter, das Ecksofa und die Ikea-Einbauküche sucht man hier vergeblich. Aber auch Türgriffe und Regale sind nirgends zu sehen. Über drei Etagen erstreckt sich Minimalismus vom Fußboden bis zur Decke. In einem Stimmungsbild aus Grauschattierungen verliert sich der Blick zwischen ebenmäßigen Oberflächen, klaren Konturen und matter Eleganz. Ein transparentes Treppenhaus führt hinter einer Glastrennwand mit offenen Fugen bis zur Dachterrasse hinauf und bildet das verbindende Element der großen Räume.

Form heisst hier die Farbe

Jedes einzelne Element prononciert schnörkelloses Understatement und schließt bündig an das benachbarte an, ohne dem umherschweifenden Auge eine Lücke zur Irritation zu lassen. Hell geschliffener Marmor-Terrazzo, seidenmatte Farbflächen, rauer Sichtbeton – im Erdgeschoss ergänzen sich die Oberflächen still und atmosphärisch. Nahezu unsichtbar bleibt die in weiß lackierte Paneele gehüllte Küchenzeile, die wie ein matter Spiegel das Stillleben des Essbereichs reflektiert. Zwischen Decke und Paneelen platzierte LED-Lichtfelder sorgen für leuchtende Akzente auf der weißen Arbeitsplatte aus Corian. Schubladen, Schränke und Küchengeräte verbergen ihr Dasein hinter ebenmäßigen Schrankoberflächen, die dank der eingebauten Push-to-open-Funktion frei von Griffen sind.

Entfesselte Zurückhaltung

Darüber wirken die Graustufen der Betondecke wie ein abstraktes Gemälde, dessen natürliches Muster gekonnt mit den ebenen Flächen kontrastiert. Mit Hingabe zelebriert das High-End-Design Zurückhaltung, verbirgt seine Pracht hinter nahtlosen Übergängen und glatten Kanten. Der Weg in die erste Etage ist ein Aufstieg zu futuristischem Flair par excellence.

Für stille Stunden der Lektüre bieten herabhängende Deckenleuchten das rechte Licht. Durch ihre versteckte Aufhängung sind die Kabel perfekt von der Decke umschlossen und senken sich scheinbar schwerelos aus ihr hinab. Ihr schlichtes Design findet sich auf allen drei Etagen wieder. Die Ebenmäßigkeit der Wände täuscht auch hier, denn dahinter befinden sich zwei weitere Zimmer für Kinder und Gäste sowie ein Bad. Eingriff-Fugen ermöglichen das Zuziehen der Türen vom Wohnzimmer aus, von innen werden sie mit einem Lederband aufgezogen.

Träume aus Beton

Die fugenlose Raumteilung wird in der obersten Etage von geordneter Offenheit abgelöst. Ruhig gleitet der Blick in die begehbare Garderobe, deren Zwischenraum ein deckenhoher Wandspiegel ausfüllt. Ein besonderes gestalterisches Detail ist die Drehtür, durch die man ins Schlafzimmer gelangt. Mit der Kopfseite zur Glastrennwand des Treppenhauses steht das puristische Bett mit integrierten Nachttischablagen, die von tief hängenden Leuchten erhellt werden. Angerauten Glanz verströmt im offenen Bad ein Unikat, dessen scheinbare Schlichtheit die komplexe Produktion zum Mythos macht: eine aus Beton gegossene Badewanne steht im Zentrum des Raums.

Über ihr hängen weitere Leuchten, deren Licht sich mit dem Wasser zu bewegten Reflexen vereinigt, die über die Wände und Decke flimmern. Nasses Vergnügen im Stehen erlebt man unter einem der beiden Regenbrausen-Duschköpfe. Spezielle Armaturen und ein smartes Thermostat für das perfekte Raumklima lassen das bis ins Detail abgestimmte Design nur erahnen. Was als Geheimnis hinter schlichter Ruhe und matter Perfektion so leise schlummert, ist die immense planerische Kunst und Sorgfalt, mit der das Ergebnis der aufwändigen Gestaltung verbunden ist.

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